Wenn’s mal wieder richtig geil klingt, der Bass wummst, die Gitarre fräst und das Schlagzeug voll auf den wohlfrisierten Mittelscheitel haut, dann ist er dran schuld – unser Daniel! Er dreht an irgendwelchen bunten Knöpfchen, schiebt die Regler nach oben und schon geht im Abstrahlfeld unserer Lautsprecher die Sonne auf. Keine Ahnung wie der das immer wieder hinzaubert – it’s magic! Und das beeindruckende ist: Er bleibt dabei in jeder noch so spektakulär anmutenden Arbeitssituation seelenruhig. Auch wenn ringsum volle Bierkrüge und halbe Hähnchen durch die Halle fliegen, ein oberbayrischer Junggesellen-Abschied auf dem Mischpult Lambada tanzt oder ein aufziehender Gewittersturm bereits das Festzelt abgedeckt und 50 cm Hochwasser unter die Tische gespült hat – er mischt mit viel Fingerspitzengefühl und einem smarten Lächeln auf den Lippen weiter. Denn egal was passiert – der Sound muss passen! Ach ja, auch wenn es manche Gäste immer wieder mit Geld, Freibier oder unter Androhung von Gewalt versuchen: Man kann sich bei unserem Daniel keine Musiktitel wünschen! Ehrlich! Da müsst ihr zum DJ gehen aber der spielt heute auf einer anderen Veranstaltung…

Aus tiefer, innerer Überzeugung und Liebe zum Job trinkt er nur „Helles“, denn „Dunkel“ ist der Erzfeind jedes Lichtler’s – sagt jedenfalls unser Michi! An seinem Lichtpult, das vorwiegend auch als Gummibärchen- und Pralinenablage genützt wird, erweckt er locker-flockig aus dem Handgelenk alles zum Leben was irgendwie brennt und funzelt. Von den Verfolgerscheinwerfern über die Notausgangs-Beleuchtung bis hin zu den LKW-Zündkerzen. Er zaubert mit hunderten Lämpchen und vielen tausend Watt eine beeindruckend farbenfrohe Lichtstimmung auf die Bühne und dankt dabei den Göttern der Glühbirne, dass er nicht schon in den 30iger Jahren arbeiten musste. Denn da waren die Veranstaltungen ja noch alle schwarz/weiß…!? Und wenn der allabendliche Show-Pyromane in ihm erwacht wandert selbst das halbe Hähnchen vom Festzelt-Grill vergnügt in die wohlige Wärme unserer Bühnen-Feuersäulen. Nicht gelogen, schaut’s Euch an!

Unser Jonny ist das Nesthäkchen in unserer Technik-Truppe und manchmal etwas wortkarg. Als eingefleischter Lichtler spricht er meist nur in undefinierbar technischen Abkürzungen mit uns: LED, PAR, DMX, TV, HOG, ACL, MOV, CAT, AVB – was will er uns sagen?? Nur wenn’s um’s Essen geht, kann er sich plötzlich sehr gewählt ausdrücken und bestellt für seinen „kleinen Hunger zwischendurch“ an der Bierzelt-Theke gerne mal ein „Französisches Chateaubriand auf bei Mitternacht gepflückten Spargelspitzchen und an mit dem Goldspaten ausgegrabenen und mit Zugspitz-Quellwasser gewaschenen Rosmarin-Kartöffelchen“. Den Blick der Bedienung hättet ihr mal sehen sollen – unbezahlbar! Ansonsten kümmert er sich darum, dass die Frontsänger immer schön im Rampenlicht stehen, dass es bei Rocksongs blitzelt und blinkelt und dass bei Feuerzeug-Balladen funkelnde Feenstaub-Sternchen über unsere Videowand schimmern. Und wenn der letzte Ton gesungen ist, dreht er eigenhändig alle 2000 Glühbirnchen aus den verrosteten Fassungen und legt sie zum Schlafen in ihr Wattebettchen in unserem LKW.

Wir sind viel „on the Road“ und da geht dann doch auch mal das ein oder andere kaputt, muss umgebaut, erneuert oder funkenflug-technisch optimiert werden. Das ist genau der Zeitpunkt an dem unser Reini ins Spiel kommt! Man hört aus inoffiziellen Erzählungen, dass er Nachts zwischen 2 und 3 Uhr hinterhältig lachend in einem dunklen Kellerlabor auf- und abhüpft um mit seinem besten Freund, dem Lötkolben, einen Plan zu schmieden, wie er unser Tonequipment noch ein Stückchen sinnloser modifizieren kann – und er hat mit seinen gewagten Erfindungen meist sogar respaktablen Erfolg! Gut, da muss man dann einfach in Kauf nehmen, dass jede Mikrowelle gegen die Wärmestrahlung unserer Funkstrecken blass aussieht und dass man mit dem Pausen-CD-Player jetzt Gulaschsuppe kochen kann. Wir finden’s jedenfalls lustig und freuen uns schon auf seinen nächsten Geniestreich… Wie wäre es denn mal mit der Entwicklung eines erdbeerblauen Moonwalk-Toaster der „Billy Jean“ pfeifen kann?